Arbeitszeugnis - richtig formulieren, richtig fordern

Arbeitszeugnis

Gemäß §§ 109 GewO, 630 BGB (http://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__109.html , http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630.html ) hat jeder Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses – gleich aus welchem Grund- Anspruch auf ein schriftliches Arbeitszeugnis. Dabei wird grundlegend zwischen einem einfachen Zeugnis, welches lediglich Art und Dauer der Tätigkeit enthält  und einem qualifizierten Zeugnis, welches sich über die Angaben des einfachen Zeugnisses hinaus auf Leistung und Verhalten im Arbeitsverhältnis erstreckt, unterschieden.

Bei der Erstellung des Zeugnisses hat der Arbeitgeber stets den Grundsatz der sog. „wohlwollenden Beurteilung zu beachten. Das berufliche Weiterkommen des Arbeitnehmers soll ermöglicht werden.

Dagegen sollte das Zeugnis auch die tatsächliche Befähigung und Arbeitsweise des Arbeitnehmers wahrheitsgemäß widerspiegeln.

Dass diese beiden Grundsätze im Einzelfall als schwer zu vereinbarende Gegenpole aufeinander treffen können, dürfte offenkundig sein. Als unvermeidbare Konsequenz dessen hat sich eine Art „Geheimsprache“ speziell für Arbeitszeugnisse entwickelt.  Eine dem Anschein nach wohlwollende Beurteilung kann sich bei genauerer Analyse und Kenntnis des „Geheimcodes“ als alles andere als eine positive Bewertung entpuppen. Daher ist sowohl beim Erstellen, als auch beim Einfordern eines qualifizierten Arbeitszeugnisses besondere Vorsicht auf beiden Seiten des zu Ende gehenden Arbeitsverhältnisses geboten.

Wenden Sie sich daher sowohl bei Problemen mit der korrekten Formulierung eines Arbeitszeugnisses,  als auch bei Zweifeln bezüglich der Bedeutung von Bestandteilen Ihres Arbeitszeugnisses an uns.

 

Aktuelle Rechtsprechung:

BAG, 20.02.2001 – 9 AZR 44/00: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=20.02.2001&Aktenzeichen=9%20AZR%2044/00

Das BAG entschied hier, dass es keinen Rechtsanspruch auf eine sogenannte Schlussfloskel gibt. Das Fehlen einer solchen stellt folglich keinerlei Bewertung dar.

Konsequenz für die Praxis:

Trotz des eindeutigen Urteils wird allgemein davor gewarnt, auf eine Schlussfloskel zu verzichten. Zu groß ist die Gefahr, dass fehlende Wünsche für die Zukunft auf ein unerfreuliches Auseinandergehen der Arbeitsvertragsparteien schließen lassen.

Eine ein positives Arbeitszeugnis durchweg bestätigende Schlussfloskel wäre beispielsweise:

Herr/ Frau X scheidet auf eigenen Wunsch aus unserem Unternehmen aus. Wir bedauern seine/ihre  Entscheidung, danken ihm/ihr  für seine Tätigkeit und wünschen ihm/ihr  weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.